|
EMFS - Schulkindergarten
bei Mae Hong Son
Bei
unseren Projektbesuchen im Mai 2005
Jahres hörten wir von einer
Selbsthilfeinitiative in der Nähe
von Mae Hong Son, der Ethnic Migrant
Family Society (EMFS): insgesamt 300
Migranten-Familien aus 7 Dörfern
haben sich zusammengeschlossen, um
gemeinsam für ihre Zukunft zu
kämpfen und die Lebenssituation der
Menschen in den Dörfern nachhaltig
zu verbessern. Einen
Schulkindergarten solle es geben und
Jugend- und Erwachsenenbildung.
Im September 2005 lernten wir dann
Khun Maung Maung kennen, den
Vorsitzenden des Ältestenrates
dieser Initiative, der selbst vor
einigen Jahren mit seiner Familie
aus Burma geflohen war und zum Stamm
der Karenni gehört. Von Maung Maung
erfuhren wir mehr über die
Lebenssituation der
Karenni-Flüchtlinge und das
interessante Selbsthilfeprojekt, das
von ihm ins Leben gerufen worden
ist.
Die Karenni sind ein kleiner
Volksstamm, der im Nordosten von
Burma an der Grenze zu Thailand
beheimatet ist. Wie ihre “großen”
Nachbarn, die Karen im Süden und die
Shan im Norden, leiden auch sie
unter den Repressalien und der
Verfolgung durch das burmesische
Militär.
Tausende Karenni-Familien flohen in
den letzten Jahren über die Grenze
nach Thailand. 
Sie leben in den wenigen halblegalen
Flüchtlingslagern oder in kleinen
Dorfgemeinschaften nahe von Mae Hong
Son, stillschweigend geduldet von
den thailändischen Behörden. Sie
arbeiten als Feldarbeiter oder
Bauhelfer, ihr Arbeitstag hat 10
Stunden und ihre Bezahlung beträgt
nicht mehr als ca. 1,70 € pro Tag.
Davon ernähren sie ihre Familien,
zahlen ihre „Abgaben“ an die lokalen
Behörden für ihre Duldung und die so
genannte Arbeitserlaubnis. Sie leben
in ärmlichen Hütten, mit nichts mehr
als dem Lebensnotwendigsten.
In einem Dorf direkt am Fluss bieten
sich die Frauen der Longneck-Karenni
den wenigen Touristen als Fotomotiv
an und verkaufen ihre Handarbeiten.
Das Geld daraus reicht gerade für
das Lebensnotwendigste.
Die sieben Karenni-Kommunen, die
sich zu einer Gemeinschaft, der EMFS,
zusammengeschlossen haben, wünschen
sich besonders für ihre Kinder ein
besseres Leben und eine sichere
Zukunft. Und so sollte als erstes
Projekt der Society ein
Schulkindergarten entstehen, an dem
die Dorfbewohner bereits mit großem
Engagement bauten.
Das Geld für die Baumaterialien käme
von einer Schweizer
Hilfsorganisation. Nun müsse die
Schule noch ausgestattet werden,
ebenso die Küche. Bis man das Geld
dafür zusammenhabe, werde man sich
eben behelfen.
Beeindruckt von dem
Gesamtkonzept haben wir uns
entschlossen, das Projekt gemeinsam
mit Childs Dream, der Schweitzer
Organisation zu unterstützen und uns
an den Kosten zum Ausbau des
Projektes zu beteiligen und als
erstes die Kosten für die
Ausstattung in Höhe von 1.000 € zu
übernehmen.
Im Dezember 2005 wurde der
Schulkindergarten fertig gestellt.
Mehr als 50 Migranten-Kinder
zwischen 2 und 5 Jahren werden hier
betreut.
Bei unserem Besuch im
Schulkindergarten im März 2006
hatten wir einen ganz
ausgezeichneten Eindruck von diesem
Projekt:
Mit großem Engagement, sorgfältiger
Planung und effizienter
Mittelverwendung wird hier
gearbeitet.
Die Kinder werden fürsorglich
betreut und hervorragend angeleitet.
Nicht nur auf das Lernen wird großen
Wert gelegt, die Kreativität der
Kinder wird ebenso gefördert wie der
Gemeinschaftssinn und es erfolgt
eine nachhaltige Hygieneerziehung.
Neben Spielen, Essen und Schlafen
steht auch die “Circle-Time”, also
die Fächer Lesen, Schreiben und
Rechnen auf dem Tagesplan - und
damit eine solide Vorbereitung auf
die Grundschule.
Drei Erzieher, davon eine
Thai-Lehrkraft, die die Kinder in
Thai unterrichtet, kümmern sich von
Montag bis Freitag von 08.30 Uhr -
16.00 Uhr um die kleinen Vorschüler.
Das organisatorische Management wird
von Maung Maung, dem Vorsitzenden
des Ältestenrates von EMFS,
übernommen.
Sauber und ordentlich war es
ringsumher - auch wenn noch einiges
zu tun ist in der Anlage: Als erstes musste eine zusätzliche
Überdachung als Verbindung zwischen
dem Schul- und dem Küchen- und
Sanitärgebäude her und der so
entstehende, offene Raum mit Bänken
und Tischen ausgestattet werden.
Wir haben hierfür die finanziellen
Mittel von knapp 600 €
bereitgestellt und die Baumaßnahme
konnte im Sommer 2006 noch vor
Beginn der Regenzeit fertig gestellt
werden. Hier können die Kinder nun
auch während der Regenzeit ihre
Mahlzeiten einnehmen - das hält den
Schulraum sauber - und sich in den
Pausen aufhalten, malen und spielen.
In Zukunft soll dann ein Spielrasen
den Lehmboden vor den Gebäuden
bedecken und ein kleines
Ballspielfeld soll angelegt werden.
Die Einfriedung muss immer wieder
ausgebessert werden, ständig sind
Spiel- und Lernmaterialien zu
ersetzen, für die größeren Kinder
müssen Schuluniformen angeschafft
werden.
Gern wollen wir das Projekt weiter
begleiten und in Zukunft für die
erforderlichen „Sonderausgaben“
aufkommen, bevorzugt für
infrastrukturelle Maßnahmen.
Auf diese Weise können wir dazu
beitragen, die Zukunft des
Schulkindergartens von EMFS mittel-
und langfristig zu sichern und die
Kinder nachhaltig in ihrer
Entwicklung unterstützen.
Darauf, dass ihre Kinder die Chance
auf ein besseres Leben haben, setzen
die Menschen von EMFS ihre ganze
Hoffnung. Damit diese Hoffnung nicht
enttäuscht wird, bitten wir Sie um
Ihre Hilfe - denn ohne Hilfe hat
Hoffnung keine Chance!
Projektpatenschaft (pdf. zum
download) |