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Schule für Flüchtlingslager in Loi Lum

Burma-Projekt
Ort:       Loi Lum
Beginn: Mai 2004
Dauer:  2 Jahre
Kosten: 4.000 €

In der Shan-Provinz in Burma im Mong Tao District liegt der Ort Loi Lum. Hier leben in einem improvisierten Lager insgesamt 246 Menschen als sogenannte IDP – Internal displaced people:
Sie wurden von den burmesischen Militärs vertrieben oder zwangsumgesiedelt, ihre Dörfer wurden geplündert und abgebrannt, Menschen willkürlich verhaftet, gefoltert und erschossen, Mädchen und Frauen entführt oder vor den Augen ihrer Angehörigen vergewaltigt. Schulen und Krankenhäuser werden abgebrannt, Ernten vernichtet und ganze Landstriche vermint.
Sie haben sich in die unzugänglichen Dschungelgebiete Burmas nahe der thailändischen Grenze zurückgezogen und hausen in improvisierten Hütten, ohne ausreichend Nahrung oder medizinische Hilfe.
Viele der Kinder haben auf brutale Art und Weise ihre Eltern oder Geschwister verloren, waren Zeuge von Vergewaltigung, Erschießungen und Minenexplosionen.
Sai Khong, der Leiter des Lagers, kümmert sich so gut er kann darum, die Lebenssituation für die Menschen erträglich zu machen. Über SWAN - eine Vereinigung engagierter Shan-Frauen in Thailand und unser Kooperationspartner vor Ort - hatte er um Hilfe für die im Lager lebenden, kleineren Kinder gebeten, die besonders die unter den schlechten Lebensbedingungen und der mangelhaften Ernährungssituation litten.
Wir haben unsere Unterstützung zugesagt:
Im Mai 2004 haben wir in Loi Lum ein Schul- und Kinderhausprojekt ins Leben gerufen, um die ausreichende Ernährung und Versorgung mit Trinkwasser, die medizinische Notversorgung und vorschulische Betreuung für 26 Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren sicherzustellen.
Im Laufe des folgenden Jahres gestaltete es sich zunehmend schwieriger, die Versorgung aufrecht zu erhalten und die spärlichen Informationen über die Situation in der Region, die uns über Flüchtlinge und Bergbewohner erreichten, machten uns große Sorgen: Ständig werde in der Nähe des Lagers gekämpft, täglich sterben Menschen, werden Frauen und Kinder verschleppt.
Die Versorgung mit Lebensmitteln erfolgte nun über mutige Bewohner des Shan-Staates in Burma, die sich bereit erklärten, die lebenswichtigsten Dinge in die betroffene Region zu bringen, doch die medizinische Versorgung war kaum mehr möglich.

Noch stand das Kinderhaus, die Betreuung der kleinsten Kinder wurde aufrecht erhalten. Der Projektleiter, die Lehrerin und die Betreuer waren vor Ort und gaben nach wie vor ihr Bestes, um die größte Not zu lindern.
Doch wir wussten nicht genau, wie viele Kinder sich zur Zeit im Projekt befanden, wir wussten nichts über ihre familiäre Situation, über ihren gesundheitlichen Zustand. Und es gab für uns keine Chance, das Projekt auf burmesischem Territorium zu besuchen. Anhaltende Kämpfe in der Region und die erhöhte Alarmbereitschaft des thailändischen Grenzmilitärs machten es unmöglich, uns über die Grenze zu “schmuggeln”.
Eine offizielle Einreise nach Burma zu unternehmen und so in das Gebiet zu gelangen, war ebenso aussichtslos; Ausländern ist es nur erlaubt, in die für den Tourismus freigegebenen Gebiete zu reisen, in so genannten “Korridoren”. Die tiefen Bergregionen des Shan-Staates, in denen Loi Lum liegt, gehören aus naheliegenden Gründen nicht zu den touristischen “Highlights”, die man gern zeigt und sind für den Besucher absolut verboten! Es wäre ein nahezu selbstmörderisches Unterfangen, sich den strikten Anweisungen des burmesischen Militärs zu widersetzen...
Auch unserem Partner SWAN, der in Thailand die Koordination der Projektarbeit für uns übernimmt, war es schon seit Monaten nicht gelungen, Loi Lum zu erreichen.

So konnten wir unseren Förderern aus den genannten Gründen nicht die zuverlässige persönliche Überprüfung des Reportings aus diesem Projekt nachweisen, die sie von uns erwarten dürfen, und standen am Ende des Jahres 2005 vor der Entscheidung, die Unterstützung für dieses Projekt einzustellen. Doch diese Entscheidung fiel uns sehr schwer! Noch wollten wir das Projekt nicht aufgeben, da wir uns der Hoffnung dieser Kinder auf Hilfe verpflichtet fühlen.
Wir waren fest davon überzeugt, dass unsere Hilfeleistung in Form von Decken, Lebensmitteln und Lehrmaterialien die Kinder erreichten und haben uns deshalb entschlossen, unsere Leistung für die nächsten drei Monate aufrechtzuerhalten, um dann über das weitere Vorgehen zu beraten..

Doch auch bei unserem Besuch im Frühjahr 2006 war es uns nicht möglich, das Projekt zu besuchen. Ebenso wenig haben wir konkrete Informationen über die genaue Lage in der Krisenregion oder dokumentierte Aussagen über die Situation im Projekt über unseren Partner SWAN erhalten können.
Nun bleibt unser erklärtes Ziel jedoch die nachweisbare Verbesserung der Lebenssituation der unterstützten Kinder und es ist unsere Pflicht, die uns anvertrauten Fördergelder nachhaltig einzusetzen.
Unsere Aufgabe sehen wir auch in der konsequenten Begleitung der Projekte vor Ort und im persönlichen, direkten Austausch mit unseren Projektpartnern.
Da diese Voraussetzungen für das Projekt Loi Lum/Burma derzeit nicht gegeben sind, haben wir die Finanzierung der laufenden Kosten für das Projekt mit Ende April 2006 eingestellt.
Sollte uns jedoch eine Anfrage unseres Partners SWAN nach medizinischer Nothilfe für Kinder aus dem Krisengebiet erreichen, so werden wir in diesen konkreten Fällen helfen.
Wir danken allen Förderern und Partnern für das Engagement und für das Vertrauen, dass Sie in unsere Arbeit setzen.
Und wir danken Ihnen im Namen der Kinder für Ihre Hilfe - denn ohne Hilfe hat Hoffnung keine Chance.