Hilfe für Burma
In Burma
(Myanmar) herrscht eine der brutalsten Militärregierungen Asiens,
mit einer der größten Armeen der Welt. 70.000 Rekruten sind Kinder
im Alter von 12 - 17 Jahren. Mit Waffengewalt wurde bisher jede
demokratische Opposition unterdrückt. Grausam gehen die Soldaten
gegen die nach Autonomie strebenden Völker der Bergstämme vor, die
rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen. Seit der
Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1948 setzen sich viele der
burmesischen Völker für die Wahrung ihrer Rechte ein.
Die
Regierung Burmas antwortet mit Zwangsarbeit, willkürlichen
Verhaf-tungen, Folter und Vergewaltigungen. Mehr als 2,5 Millionen
Angehörige ethnischer Minderheiten sind seitdem auf der Flucht. Sie
wurden vertrieben und zwangsumgesiedelt, ihre Dörfer wurden
geplündert und abgebrannt, Menschen verhaftet, gefoltert und
erschossen, Mädchen und Frauen entführt oder vor den Augen ihrer
Angehörigen vergewaltigt. Schulen und Krankenhäuser wurden
abgebrannt, Ernten vernichtet und ganze Land- striche vermint. Die
rechtzeitig fliehen konnten, zogen sich in die schwer zugänglichen
burmesischen Dschungelgebiete in den Grenzregionen zu Thailand,
China und Bangladesh zurück und errichteten provisorische Dörfer.
Aber auch dort tauchten die Trupps der Armee auf, plünderten,
ver-
gewaltigten, töteten. Die Flucht nach Thailand war für viele
der letzte Ausweg.
Gedemütigt und gezeichnet von Folter und Zwangsarbeit,
geschwächt von Hunger und Fehlernährung, sind die Menschen Opfer
von Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, Würmern, Parasiten,
Hepatitis, Lepra und AIDS. Alkohol- und Drogensucht ist weit
verbreitet. Viele Kinder haben auf brutale Weise ihre Eltern oder
Geschwister verloren, waren Zeuge von Vergewaltigung, Erschießungen
und Minenexplosionen. Nach Thailand kamen sie in der Hoffnung auf
Sicherheit vor Verfolgung, auf ausreichend Nahrung und medizinische
Hilfe. Doch viele von ihnen wurden zur billigen Handelsware
für Sklavenarbeit und Prostitution.
Das
dreckige Geschäft mit Kindern floriert: Oft werden die Kinder von
verarmten und verschuldeten Familien schon mit acht Jahren oder
jünger ins Sexgeschäft verkauft. Nicht selten betreiben als
„Hilfswerke für ethnische Minderheiten” getarnte Organisationen die
Rekrutierungen für Nachtclubs und Bordelle. Tausende von
Minderjährigen fallen jährlich dem Kinderhandel zum Opfer. Selbst
wenn sie ihrem Gefängnis aus Qual und Erniedrigung eines Tages
entrinnen, finden sie kaum in einen normalen Alltag zurück. Allein
gelassen, entwurzelt und ohne Hoffnung führen sie ein Leben am
Abgrund. Bis heute erhalten Kinder ethnischer Minder-heiten keine
ausreichende Schulbildung, eine ganze Generation von
Flücht-lingskindern wuchs ohne Schulbildung auf. Wir wissen, dass
in Burma derzeit ein Demokratisierungsprozess
stattfindet. Doch wir sind bei allem Optimismus davon
überzeugt, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis dieser
Prozess die Lebensbedingungen der ethnischen Völker aus
Burma spürbar verbessern wird. Bis dahin werden diese Menschen
nach wie vor in großer Armut leben und ihren Kindern fehlt ohne
fremde Hilfe jede Chance auf ein menschenwürdiges Leben.
Kinderhaus- und Schulprojekte
Die von
uns geförderten Projekte sollen dazu beitragen, die Rechte der
Kinder zu stärken und jegliche Form von Diskriminierung, Ausbeutung
und Unterdrückung zu bekämpfen. Die Stärkung der Selbsthilfekräfte,
der Eigenverantwortlichkeit und der Selbstbestimmung der von uns
unterstützten Kinder ist uns wichtig. Wir leisten, wo immer
möglich, Hilfe zur Selbsthilfe.
Die von
uns implementierten oder unterstützten Schul- und
Kinder-hausprojekte befinden sich in Nordthailand nahe der Grenze
zu Burma. Bezüglich des Managements, der Organisation und der
Durchführung der praktischen Arbeit vor Ort arbeiten
wir mit anerkannten, zuverlässigen Organisationen aus Thailand und
Burma: Niemand kennt die Situation, die Kultur und die
Menschen vor Ort mit ihren spezifischen Bedürfnissen so gut wie
sie. Wir legen Wert auf den persönlichen Kontakt und den intensiven
Dialog mit unseren einheimischen Projektpartnern.

Wir schätzen den partnerschaftlichen Austausch und die Möglichkeit, von einander zu lernen. Unsere Projekte werden regelmäßig von den Vorsitzenden von pro bono besucht. Damit verschaffen wir uns über die umfassende monatliche Berichterstattung unserer Projektpartner hinaus einen persönlichen Eindruck von der Situation vor Ort und den Entwicklungen in den Projekten.
