Telefonanschluss für Krankenstation
Nahe der burmesischen Grenze gibt es im Dorf Waieng Heng in der Provinz Chiang Mai in Nordthailand eine kleine Krankenstation.
Hier erhalten die Kinder und Erwachsenen aus dem nahe gelegenen Flüchtlingslager Kong Kyaw medizinische Hilfe - im Regelfall die einzige, die sie überhaupt in Anspruch nehmen können.
Betrieben wird diese wichtige, wenn auch sehr bescheidene Krankenstation von der Organisation SWAN (Shan Womens's Action Network), einer Gruppe engagierter Frauen, die sich der Hilfe und dem Schutz von Flüchtlingen aus den burmesischen Shan-Regionen sowie anderer ethnischer Minderheiten aus den Grenzregionen verschrieben haben.
Das 1-Raum-„Krankenhaus“ wird geleitet von Frau Nang Harn Noon, der SWAN-Verantwortlichen für das Gesundheitswesen aus dem SWAN-Flüchtlingsprogramm.
Nang Harn Noon muss gleichzeitig als Krankenschwester, Unfallarzt und Hebamme aktiv werden, ist in Sachen Aufklärung, Empfängnisverhütung und Hygienefragen unterwegs und betreut die HIV-Fälle, die eine zunehmende Problematik in dieser Region darstellen.
Selbst kleine Operationen führt sie in ihrer Krankenstation durch, bei schwierigen Fällen kämpft sie um Aufnahme und Behandlung der Flüchtlings-Patienten in einem thailändischen Krankenhaus - ein Kampf, der Kräfte zehrt, aber nicht zwingend zum Erfolg führt, denn die Flüchtlinge haben keine Staatenzugehörigkeit und damit keinerlei Anspruch auf Behandlung, kein Geld und damit keinen Zugang zur Privatversorgung.
Die Einrichtung, Medikamente und das sparsame medizinische Equipment der Krankenstation stammen aus Spendengeldern, die die Organisation SWAN zu diesem Zweck gesammelt hat.
Was aber dringend fehlt, ist ein Telefonanschluss, der die Erreichbarkeit der Station gewährleistet und sie in die Lage versetzt, dringend benötigte Hilfe in Ernstfällen zu organisieren.
Bei unserem Besuch bei Nang Harn Noon im Mai 2004 hat sich pro bono entschlossen, den Telefonanschluss für die Krankenstation zu finanzieren. Damit ist sichergestellt, dass besonders auch die Kinder aus dem Flüchtlingscamp Kong Kyaw in Krankheitsfällen schnellere Hilfe bekommen und so möglicherweise ernsthafte Komplikationen vermieden werden. Und hier ist uns wieder einmal bewusst geworden, dass nur 120 € viele Leben retten können. |